22.04.2018 – Gewitter mit Rotation

Da haben wir gerade mal Mitte April durch (gefühlt von den Temperaturen waren die letzten Tage aber ja sowieso schon mehr Juni) und schon gibt es das erste richtige Highlight hier für mich in Bergheim an der Erft, westlich von Köln.

Erst einmal ein Lob an das Rapid Update HD von Kachelmannwetter denn wie dort simuliert entwickelte sich kurz nach 13:30 Uhr etwas südwestlich von Aachen das Gewitter, was unter Verstärkung dann über meine Region nach Nordosten ziehen sollte. Das tat es dann auch – und wie. Das in der Nähe von Verviers entstandene Gewitter verstärkte sich dabei auf seinem Weg nach Nordosten schnell so wurden bei Aachen / Stolberg und etwas südlich bereits 1-2 cm Hagel auf der Hagelanalyse von Kachelmann registriert. Etwas nordöstlicher über Eschweiler wurde dann um 14:20 Uhr Rotation im Stormtracking angezeigt was auch im Doppler dann natürlich zu erkennen war. Hier im Gebiet zwischen Eschweiler und Jülich fiel laut Radar auch der größere Hagel mit bis >4 cm. Diese Zelle zog dann weiter nach Nordosten und schwächte sich leicht ab. Bevor sie meinen Standort in Bergheim erreicht drehte sich etwas nach Norden ab und streifte meinen Standort eher. Dabei gab es eine zweite zeitweise wohl rotierende Zelle im Bereich Kerpen südöstlich von mir. Östlich von mir verbanden sich die Zellen dann zu einer Gewitterlinie und verstärkten sich erneut. Größerer Hagel fiel dabei wohl noch in einem Gebiet östlich von Leverkusen.

 

MEINE BEOBACHTUNG, Bergheim (50126), Stadtzentrum

Kurzübersicht: Höchsttemperatur +26,8°C ; Niederschlag: 4,5 l/m² ; Hagel: ~ 0,5 cm ; Windböen: ~ 70-85 km/h. Ein paar Fotos findet ihr unter dem Artikel.

Analyse – Kachelmannwetter.com:  Hagel ; Rotation im Dopplerradar ; Wolkentops-Minimaltemperaturen

 

Es dauerte heute irgendwie relativ lange bis man den ersten Donner hören konnte. Dies war so gegen 14:10 Uhr der Fall als das Gewitter noch gut 20 km entfernt war. In westlicher und südwestlicher Richung zeigten sich hier natürlich bereits dunkle Wolken, Strukturen aber noch keine aufgrund der Entfernung.

Spannender wurde es dann gegen 14:35 Uhr als die Strukturen besser wurden und ich den Aufwindbereich der Zelle (also den südlichen Bereich) beobachten konnte, die zuvor den wahrscheinlich etwas größeren Hagel zwischen Eschweiler und Jülich produziert hatte. Hier zeigte sich rasch die Rotation, die auf den Radaren ja bereits gekennzeichnet wurde. Das Zentrum der Rotation verlagerte sich dann über mich und es gab nur einzelne Tropfen hier unter dem Aufwindbereich.

Die Strukturen waren aber leider nicht so deutlich, was sicher an der nur knapp südlich ziehenden anderen kräftigeren Zelle gelegen haben wird. Die grünliche Farbe war natürlich auch wieder zu entdecken.

Interessant war dann noch eine horizontal rotierende Wolke die ich auch fotografieren konnte, denn ich befand mich noch immer im Aufwindbereich mit freier Sicht. Während ich diese Wolke beobachtete, welche schnell ihre Form änderte und dann genau über mich zog, wurde der Himmel dann südwestlich und westlich hell. Das das nicht immer heißt die Sonne kommt raus, weiß man natürlich nach all den Jahren der Beobachtung :D. Kaum hatte mich die rotierende Wolke überflogen, kamen die ersten dicken Tropfen. Da ich an meinem Standort nirgendwo im Kern lag, hielt sich das Ganze dann in Grenzen. Wenn ich mich nicht irre gab es gut 3 Minuten Starkregen mit kleinem Hagel um 0,5 cm. Bemerkenswert war auch der Wind, der kurz hinter der horizontal rotierenden Wolke ganz plötzlich stark zunahm. Ich schätze mal es waren einzelne Böen im Bereich 70-85 km/h dabei. Die Phase der Sturmböen dauerte nur gut 1 Minute. Blitze samt Donner gab es über mir gar keine, aber südlich und nördlich war immer mal Donner zu hören.

Wie sich das gehört ging ich natürlich hinter dem Gewitter hinaus zum Feld und betrachtete die Rückseite. Schnell war klar das eine weitere Verstärkung stattgefunden hatte, denn es waren nicht wie vorher einzelne Donnerschläge, sondern quasi ein andauernder Donner. Ich beobachtete das Ganze gut 25 Minuten und das Donnern ging munter weiter. Blitze konnte ich aber nur noch ganz vereinzelt mal sehen, da diese sonst natürlich auch im Niederschlag eingehüllt waren. Es war sehr schön mit der Sonne im Nacken, dem frischen Wind und der Kulisse dort vor mir. Auch ein paar Mammaten zeigten sich.

Da ich das Ganze nicht besonders lange beobachten konnte möchte ich da auch nichts bewerten oder klassifizieren. Der rotierende Bereich sollte aber ja zumindest auf eine Mesozyklone hindeuten und auch der teils größere Hagel in der Region deuten und unterstreichen ja schon die Rotation. Ich konnte leider von meinem Standort nicht ideal beobachten, von daher lasse ich das mal so offen. So oder so, für Mitte April und für die erste sommerliche Gewitterlage, Hut ab. So etwas habe ich die letzten Sommer schon extrem selten mal zu Gesicht bekommen. Geht gut los :D.

Viele Grüße,

Frank

 

 

 

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