23.09.2018 – Sturmtief brachte erhöhte Regenmenge

 

MEINE BEOBACHTUNG, Bergheim (50126), Stadtzentrum

Kurzübersicht: Höchsttemperatur +12,7°C ; Niederschlag: 23,2 l/m² ; Hagel: keiner ; Windböen: ~ 45-50 km/h.

Analyse – Kachelmannwetter.com:  Niederschlagssumme

 

Wie von den Wettermodellen dann ein paar Tage vorher richtig erfasst beeinflusste uns das Hauptsturmfeld des Sturmtiefs nicht und wir befanden uns dann auch wirklich knapp nördlich des Tiefkerns. Dabei kam es zu zeitweise schauerartigen Regenfällen aber eben auch dem simulierten längeren Landregen. Markante Windböen waren nicht dabei.

 

Zusammenfassung für unsere Region: Kurzgefasst kann man sagen, dass es in Verbindung mit dem Sturmtief in unserer gesamten Region Regenmengen zwischen 20-30 l/m² gab – um es mal grob zusammenzufassen.  Mit den teils über 10 l/m² am Vorabend kam mal also beide Tage summiert auf etwas mehr als 30 l/m² was doch nach den sehr trockenen und sehr warmen Sommermonaten ein wahrer Segen für die Natur war.

Der Pegel der Erft reagierte natürlich auch auf die Niederschläge und hier fielen ohne Frage besonders die erhöhten Niederschlagsmengen im Bereich der Eifel ins Gewicht. Dort fielen in der nördlichen Eifel grob gesagt auf einer Linie zwischen Monschau – Euskirchen – Bonn lokal bis zu 50 l/m² nur am 23.09.2018. Der Erftpegel bei Bliesheim, stieg dann von knapp 18 cm mittags im Nachmittagsverlauf rasch auf knapp 134 cm (schmales Flussbett), ging dann aber ettapenweise natürlich wieder zurück und erreichte dann am späten Abend des 24.09.2018 wieder die 20 cm Marke. An der Messstation Glesch verzögerte sich der Zeitpunkt des höchsten Pegelstandes natürlich etwas. Auch stieg hier natürlich der Pegel von knapp 130 cm im Nachmittagsverlauf und Abends des 23.09. weiter an. Der Höchststand wurde im Nachtverlauf auf den 24.09.2018 erreicht mit immerhin 170 cm – Meldestufe 1 – ungefähr 10 cm unter der Mittleren Hochwassermarke. Danach ging der Pegel aber wieder rasch nach unten.

 

 

 

WETTERLAGE: Am Sonntag ist auch bei uns der erste kräftige Sturm in 2018 möglich. Verantwortlich dafür ist ein Sturmtief welches am Sonntag vom Ärmelkanal kommend wahrscheinlich über Belgien nach Osten weiterziehen wird. Die Zugbahn des Tiefkerns wird derzeit meist knapp südlich von uns berechnet und diese Zugbahn scheint sich bei den Wettermodellen nun auch gefestigt zu haben. Derzeit wird erwartet, dass das Sturmtief zu Beginn der Nacht auf Sonntag mit einem Kerndruck von gut 1015 hPa noch am westlichen Eingang des Ärmelkanals positioniert sein soll. Sonntagmittag würde das Tief nach einer häufigeren aktuellen Variante über dem südlichen Belgien liegen mit einem Kerndruck von gut 1010 hPa. Im weiteren Tagesverlauf zieht das Tief rasch nach Osten weiter wo es dann am Abend wohl mit weiterer Verstärkung auf 1005 hPa über Tschechien positioniert sein soll. 

Wetterfronten: Nach den aktuellen Berechnungen erreicht uns die Warmfront des Sturmtiefs wohl in der Nacht auf Sonntag. Während zuvor auf 850 hPa (circa 1500 m) noch um +4°C simuliert werden, soll die Temperatur dort mittags bis auf +9°C ansteigen. Wir befinden uns dann ab dem Nachmittag bereits sozusagen im Bereich der Kaltfront, wo warme und kühle Luft aufeinandertreffen. Dies erklärt auch die Berechnung von erhöhten Niederschlagsmengen in diesem Bereich und der Mitte von Deutschland. Rückseitig der Kaltfront erfolgt dann erneut ein sehr starker Zufluss von kalter Luft und die Temperatur auf 850 hPa soll bis auf +1°C absinken – bereits im Abendverlauf.

Quelle der Modellkarten:  www.wetter3.de

 

 

Nachfolgend gehe ich mal kurz auf ein paar Elemente des Wetters am Sonntag ein, die am Sonntag von besonderem Interesse sein werden. Ich möchte auch hier unbedingt noch einmal erwähnen, dass die Wetterlage noch nicht sicher ist da eigentlich alles von der Zugbahn des Tiefs abhängt. Auch sind einige der nachfolgenden Wetterelemente nur lokale – soll heißen sie werden nicht überall auftreten – gehören aber zu den möglichen Begleiterscheinungen.

 

Wind / Sturm: Zieht das Sturmtief wie nun von den meisten Modellen mit seinem Kern südlich von uns durch wird sich der Sturm wohl auf die südliche Hälfte von Deutschland konzentrieren. Somit wären bei uns nördlich des Tiefkerns so allgemein keine markanten Windgeschwindigkeiten zu erwarten, aber…  Sollte die Zugbahn etwas nördlicher sein, ist eben doch wieder deutlich mehr Sturm möglich. Vorallem im Bereich schauerartiger Niederschläge kann auch mal Höhenwind heruntergemischt werden. Es kann also auch bei uns zu einzelne Sturmnböen kommen. Tritt diese südliche Tiefkern-Variante so ein, werden wir nicht viel markanten Wind zu erwarten haben –> wahrscheinlich alles inklusive der Eifel und weiter südlich. Die Situation wird natürlich weiterhin beobachtet.

 

Niederschlag: Bereits nachts bis mittags wird es wohl regnerisch sein mit oftmals aber eher schwacher Intensität. Besonders nach Mittag wohl ist dann mit länger anhaltenden und teils kräftigen Regenfällen zu rechnen in Verbindung mit dem Grenzbereich zwischen warmer und kalter Luft nördlich des Tiefkerns in dem wir uns dann längere Zeit befinden werden. Hier wird auch sicher gebietsweise Starkregen ein Thema werden denn bei sehr kräftiger Hebung sind 30-36 l/m² niederschlagsbares Wasser in der Luft. Die heftigsten Niederschläge sollten dann nach dem aktuellen Stand so zwischen 18-20 Uhr nach Osten abziehen. Danach lässt die Intensität rasch nach und es treten wenn wohl nur noch einzelne Schauern auf. Die simulierten Regenmengen der Wettermodelle deuten dabei verbreitet schon recht markante Mengen zwischen 20-40 l/m² ab – lokal kann es auch noch mehr sein. Dabei dieses Mal quasi Landregen über längere Zeit was dann unser “trockene Böden”-Problem definitiv beseitigen sollte.

 

Gewitter: Nach dem aktuellen Stand mit der Tiefkernpassage knapp südlich von uns würden wir uns im Bereich stabiler Luftmasse befinden und Gewitter wären eher nicht zu erwarten. Ich behalte die Wetterlage natürlich auch am morgigen Samstag bezüglich möglicher Gewitter im Auge.

 

Temperatur: Bleiben wir wie aktuell von GFS berechnet nördlich des Tiefkerns so bleibt es bei uns ganztägig kühl. Dann wären tagsüber nur maximal 12°C zu erwarten. Aber auch hier wie bei allen anderen zuvor genannten Wetterdaten hängt alles von der tatsächlichen Zugbahn ab. Nach der aktuellen wären Morgen nicht mehr als 8-12°C zu erwarten.

 

 

Bitte beachten:  Die Vorhersagen wurden anhand der aktuellen Modellberechnung (verschiedene Wettermodelle, 22.09.2018, 0/6z) erstellt.  Besonders die Details bezüglich der Zugbahn des Sturmtiefs variieren leider noch sehr und daran sind natürlich die Begleiterscheinungen gekoppelt. Am Samstag erfolgt eine genauere Analyse unter Einbezug vieler weiterer Wettermodelle wodurch sich ein etwas klareres Bild der Wetterlage ergeben sollte. Bitte beachtet zudem, dass ich nur ein ehrenamtlicher Hobbymeteorologe bin – wobei ich natürlich mein Bestes gebe, um möglichst präzise Vorhersagen zu machen.

 

Autor: Frank Rinas

Aktualisiert: 22.09.2018, 19:15 Uhr

 

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