29.05.2018 – Gewitter brachte lokal Hagel

MEINE BEOBACHTUNG, Bergheim (50126), Stadtzentrum

Kurzübersicht: Höchsttemperatur +29,8°C ; Niederschlag: 6,7 l/m² ; Hagel: keiner ; Windböen: ~ 50-60 km/h. Ein paar Fotos findet ihr unter dem Artikel.

Analyse – Kachelmannwetter.com:  Hagel ; Niederschlagssumme ; Blitze ; Wolkentops-Minimaltemperaturen

 

Wie von den meisten Wettermodellen gut erfasst ging es 12-14 Uhr los mit ersten Gewittern im Gebiet der Eifel. Kurz nach 13 Uhr war es an der Grenze zu Belgien (südlich von Simmerath) soweit und die Gewitter verstärkten sich rasch. Schnell war hier Starkregen und auch Hagel ein Thema und mehrere Gewitter schlossen sich zusammen. Die Zugbahn war dabei meist nach Nordwesten. Kurz nach 14 Uhr wurde es dann etwas spannender da der Gewitterkomplex (beginnend knapp südlich von Aachen grob bis Montenau) teils stationär wurde und wohl Rotation zeigte. Deshalb war größerer Hagel in der Region um Monschau bis hoch nach Aachen ein Thema. Um 14:45 Uhr wurde es allgemein spannend da der Gewitterkomplex sich auch zunehmend etwas in östliche Richtung verlagerte. Er hatte sich derweil weiter verstärkt und reichte nun von Herzogenrath bis nach Blankenheim. Dabei fiel auch in der Aachener Region mittlerweile größerer Hagel. Ziemlich genau um 15 Uhr konnte man erkennen wie sich der Gewitterkomplex teilte. Der nördliche Teil zog dann über Aachen in Richtung Nord-Nordwest, schwächte sich dann in der Region Herzogenrath rasch ab und bereits um 15:30 Uhr war von dem ehemaligen kräftigen Gewitter nur noch eine schwache Schauer übrig.

Die Energie schien sich zuvor in den südlichen Teil des Gewitterkomplexes verschoben zu haben, denn dieser Bereich verstärkte sich um 15:05 Uhr deutlich. Neben den heftigen Regenfällen und regional wieder größerem Hagel südwestlich von Euskirchen, war das Gewitter in dieser Region auch für uns zunehmend interessant. Die Zugbahn wechselte häufig zwischen mehr nach Osten, manchmal auch einfach nach Norden. Die geringen Windgeschwindigkeiten in der Luft über uns war es für so kräftige Gewitter deutlich einfacher Eigendynamik umzusetzen. Gegen 15:20 Uhr kamen die ersten kühlen Windböen aus südlicher Richtung und um 15:30 Uhr war dann nach Unsicherheiten zumindest so gut wie sicher, dass das Gewitter nun doch auch unsere Region besuchen wird. Um 16 Uhr erreichte dann die Nordseite des Gewitters die Kerpener Region. Das Gewitter an sich hatte sich zeitweise weiter abgeschwächt, aber war regional weiterhin markant mit Starkregen und kleinem Hagel zwischen Kerpen und Euskirchen.

Nun wurde es also auch in unserer Region spannend. Auf dem Radar war dann um 16:10 Uhr zwischen Lüxheim-Erftstadt-Kerpen eine erneute Verstärkung zu beobachten. Diese war eindeutig auf dem Storm-Tracking-Radar von Kachelmannwetter zu erkennen und um 16:15 Uhr, mit dem nächsten Radarbild, wurde dann auch schnell klar wieso. Dort zeigte sich, dass das Gewitter tendenziell stationär blieb und sogar Rotation aufwies. Das sorgte dann natürlich in der Kerpener Region lokal für erhöhte Regenmengen und wohl auch vereinzelt Hagel zwischen 2-4 cm. Besonders bei Gewittern mit Rotation kann der Hagel rasch mal etwas größer werden, da durch den rotierenden Aufwind die Hagelkörner immer wieder nach oben gewirbelt werden bis sie dann irgendwann zu schwer werden. Das Ganze konnte ich übrigens von Bergheim-Mitte ausrelativ gut beobachten – zumindest war es sehr interessant. Vom Dachfenster aus, dass in Richtung Südosten ist, war die Intensivierung gut zu erkennen. Das Gewitter zeigte sehr viel Bewegung und war sehr dynamisch, zeitweise mit richtig starkem Aufwindbereich. Es war sehr spannend das Geschehen zu beobachten und wie sich rasch Wolken bildeten und vom Aufwindbereich “eingesaugt” wurden. Dazu donnerte es immer mal wieder kräftig. Um 16:30 Uhr zog das Gewitter weiter in Richtung Bergheim und hing mit dem Hauptniederschlag noch immer über Kerpen und Sindorf. Auf seinem weiteren Weg nach Nord-Nordwest schwächte es sich dann zunehmend ab. In Quadrath-Ichendorf gab es aber kleinen Hagel, weiter nördlich aber nicht mehr. Erste dicke Tropfen fielen in Bergheim-Mitte gegen 16:38 Uhr vom Himmel und es setzte dann auch rasch teils schauerartiger Regen ein. Kurzzeitigen Starkregen und einzelne Entladungen waren das, was ich hier erlebte. Dazu kamen anfangs vor dem Niederschlag einzelne starke bis stürmische Böen. Elsdorf lag nur im Randbereich des sich bereits abschwächenden Gewitters und auch Bedburg bekam nur noch Reste des Gewitters ab. Nur noch ganz vereinzelte Entladungen und etwas schauerartiger Regen brachte das Gewitter dort gegen 17 Uhr. Bereits um kurz nach 17 Uhr war von dem Gewitter nichts mehr übrig und es gab bei Grevenbroich lediglich noch einzelne Tropfen. Am Abend gab es noch einzelne Schauern in der Gegend, Gewitter traten aber in unserer Region keine mehr auf.

 

Zusammenfassung für unsere Region: Unwetterartige Entwicklungen blieben glücklicherweise aus. Das Gewitter das uns nachmittags erreichte schwächte sich nördlich von Kerpen rasch ab. Das ist auch sehr gut an der Niederschlagsverteilung zu erkennen. In der Region Kerpen und Sindorf fielen teils 20-30 l/m² Niederschlag, knapp östlich von Bergheim waren es dann nur noch vereinzelt 10-15 l/m². In Bergheim-Mitte waren es bereits nur noch um die 5 l/m², Elsdorf 2-3 l/m² und Bedburg dann bereits noch weniger. Hagel fiel vereinzelt über Kerpen, vorallem aber in und um Sindorf. Laut Radar könnte es vereinzelt Hagel mit 2-4 cm Durchmesser gewesen sein. Während dann in Quadrath-Ichendorf nur noch kleiner Hagel fiel, erreichte Bergheim-Mitte schon kein Hagel mehr. Mit der Gewitteraktivität verhielt es sich in etwa gleich. Auf dem Weg nach Norden wurde diese zunehmend schwächer und etwas nördlich von Bedburg war das Gewitter dann auch schon Geschichte.

 

 

 

 

 

 

MARKANTE GEWITTERLAGE am Dienstag, 29.05.2018:
Vereinzelt sehr kräftige Gewitter, ergiebiger Starkregen, Hagel und Sturmereignisse möglich

 

WETTERLAGE: “Schon wieder, ist ja nichts neues” wird jetzt sicher der eine oder andere denken, doch wenn das so wäre würde ich die Vorabinformation deutlich kürzer fassen. Die vergangenen Tage fehlten die entscheidenen Hebungsimpulse um die Energie in der Luft (die ist ohne Frage in hoher Menge da) auch nutzen zu können. Dies gelang lediglich über den Bergregionen da dort viel einfacher Hebung stattfindet. Am morgigen Dienstag ist das anders, denn hier wirkt ein Tiefdruckgebiet über Frankreich mit. Durch dieses wird Hebung generiert die eben dann auch außerhalb der Bergregionen verbreiteter für kräftige Schauer und Gewitter sorgen wird. Das ist der entscheidene Unterschied zu den Vortagen. Wir haben es mit einer sehr energiereichen Luftmasse zu tun, die eben Morgen deutlich aktiver sein wird als die Vortage. Wie immer bei Gewitterlagen sind es lokale Ereignisse die man bezüglich des Ortes nicht genau vorhersagen kann und auch die Intensität variiert natürlich. Nach dem aktuellen Stand sind erste Entwicklungen nach Mittag möglich und es muss dann bis in den Abend teils in die Nacht auf Mittwoch mit kräftigen Schauern / Gewittern gerechnet werden, lokal definitiv auch unwetterartig – wo genau ist aber nicht sicher.

GEWITTER: Grob gesagt kann es ab mittags bis in den Abend zu Gewittern kommen. Die “Hauptzündung” wird wahrscheinlich in den Bergregionen mittags oder kurz danach stattfinden und anschließend findet eine Verstärkung der Zellen statt. Die Parameter für Gewitter sind dabei wirklich nennenswert. Energiewerte verbreitet 1000-1500 J/kg und auch ausreichend Labilität bei einem KO-Index von bis zu -8. Dazu niederschlagbares Wasser zeitweise 35 l/m² oder mehr sodass definitiv auch genug Feuchte in der Luft vorhanden ist. Vereinzelt kann es auch zu Superzellen kommen und auch vereinzelte Tornados können nicht ganz ausgeschlossen werden.

NIEDERSCHLAG: Absolut im Hauptfokus ist der Niederschlag, da von diesem Morgen ein großes Gefahrenpotential ausgeht. Wir haben es wieder mit sehr langsamen und teils stationären Schauern und Gewittern zu tun die sich kaum verlagern werden. Hinzu kommt ein nochmals erhöhter Wert an niederschlagbarem Wasser in der Luft – nämlich 25-35 l/m². Das deutet auf noch intensivere Niederschläge hin, als wir das die vergangenen Tage schon in anderen Regionen gesehen haben. Das zusammen mit der kaum vorhandenen Verlagerungsgeschwindigkeit kann zu extrem hohen Regenmengen führen, teils eben auch sturzflutartig. Gute Beispiele dafür gab es ja eigentlich täglich die vergangenen Tage. Auch ist lokal wieder mit Hagel zu rechnen der auch mal größer sein kann. Auch hier kann es in Verbindung mit der langsamen Verlagerungen zu größeren Hagelmengen kommen.

WIND / STURM: Der Wind Morgen stellt wie oben erwähnt ein Gefahrenpotential da, weil kaum welcher vorhanden ist. Vom Boden bis auf gut 5000m Höhe gibt es meist nur Windgeschwindigkeiten zwischen 10-30 km/h, was wirklich sehr wenig ist. Dies überträgt sich wie erwähnt auf die Zuggeschwindigkeit. In Verbindung mit kräftigen Schauern und Gewittern kann es lokal dennoch zu Sturmereignissen kommen. Dabei können ganz vereinzelt Sturmböen auftreten.

 

Veröffentlicht: 29.05.2018 um 10:20 Uhr

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