Vorabinformation: Mögliche Gewitterlage – 19.06.2019

Informationen zur GEWITTERLAGE am Mittwoch, dem 19.06.2019:
Nachmittags bis in den Abend vereinzelte Gewitter denkbar, lokal eventuell kräftig oder unwetterartig.

 

WETTERLAGE: Am morgigen Mittwoch bestimmt ein Tiefdruckgebiet nordwestlich von uns unser Wetter. Vorderseitig diesem wird nochmals erneut sehr warme und auch feuchtere Luft zu uns geführt und die Temperatur steigt auf ungefähr 1500m auf ungefähr 16°C. Dies bedeutet bei uns am Boden Höchsttemperaturen von 27-31°C am Nachmittag. Dazu nimmt der Feuchtegehalt der Luftmasse zu, sodass uns diese zunehmend schwül vorkommen wird. Begründet wird dies auch mit den Taupunkten, die auf 16-18°C ansteigen werden. Die Auslösetemperatur für die Bildung von Konvektion (Schauerwolken) liegt bei 29-31°C, welche dann ab dem Nachmittag erreicht werden sollte. Zunächst wird wohl die Orografie als Auslösehilfe dienen, für uns also die Eifel interessant ab dem frühen Nachmittag. Von dort könnten dann erste Schauern und Gewitter auch auf unsere Region übergreifen. Verbreitet interessant wird es wahrscheinlich dann im Nachmittagsverlauf, wenn eine mögliche Konvergenz aus westlicher Richtung verbreitet für Hebung sorgen könnte. Diese befindet sich vorlaufend der Kaltfront, welche dann wohl irgendwann im Abendverlauf aufziehen wird. Die Konvergenz würde, sofern sie denn auftritt, in die energiereichste Luftmasse treffen. Es ist von der Erfahrung her davon auszugehen, dass diese dann einen Großteil der vorhandenen Energie verwenden und somit aufbrauchen wird. Deswegen ist es sehr fraglich, ob die Kaltfront später noch einmal für markante Entwicklungen sorgen kann – eher wahrscheinlich nicht.

 

Mögliche BEGLEITERSCHEINUNGEN: Betrachten wir die verschiedenen Parameter (mittels GFS in diesem Fall), so fällt wie erwartet besonders der Zeitraum nach Mittag bis in den Abend ins Auge. In diesem Zeitraum werden wir mit 27-31°C die höchsten Temperaturen erreichen. Auffällig sind hier die Zeiten 14/17 Uhr, wo wir eine Temperaturdifferenz von 13°C haben von 2m zu 1500m. Dies ist schon einmal eine gute Voraussetzung für Konvektion. Auch die Energiewerte sind durchaus ausreichend denn diese erreichen CAPE-Werte von 900-1000 J/kg zur Nachmittagszeit. Am Abend gehen diese Werte dann etwas zurück. Sollte die Konvergenz wirksam werden, ist aber davon auszugehen, dass auch der meiste Teil vom CAPE aufgebraucht sein wird. Die Labilität, bewertet durch den KO-Index, ist ebenfalls zu dieser Tageszeit am höchsten. Hier erreichen wir bis zu -8 und auch am Abend ist weiterhin Labilität vorhanden, eben bis die Kaltfront dann durchgezogen ist.

Betrachten wir als erste mögliche Begleiterscheinungen mal den STARKREGEN. Hierzu schauen wir uns mal die Werte des niederschlagbaren Wassers (PWAT) in der Atmosphäre über uns an. Spitzenwerte von 30-35 l/m² werden dort bei uns nachmittags und abends erreicht, spätabends immer noch 25-28 l/m². Somit ist Starkregen auf jeden Fall möglich und wahrscheinlich, wo Schauern / Gewitter auftreten. Die Verlagerungsgeschwindigkeit wird dabei wohl nicht allzu langsam sein, da in entsprechender beeinflussender Höhe Windgeschwindigkeiten zwischen 55-70 km/h vorhanden sein werden. Trotzdem kann es lokal auch ergiebigen Starkregen geben. Eine Begleiterscheinung die ebenfalls möglich ist, ist HAGEL. Dieser kann lokal in Verbindung mit kräftigen Schauern oder Gewittern auftreten. Die Luftmasse ist auf jeden Fall in der Lage auch Hagel zu produzieren, wobei dieser aber als eher klein (bis 2 cm Durchmesser) simuliert wird. In Verbindung mit nicht ganz auszuschließenden Superzellen kann es aber auch sehr lokal größeren Hagel geben. Auch kann es wie meist bei Gewitterlagen wieder lokal zu STARKWINDEREIGNISSEN kommen. Da sich die Windgeschwindigkeiten in den höheren relevanten Luftschichten eher im Rahmen halten, sind so grundsätzlich mit Schauern und Gewittern stürmische Böen oder auch einzelne Sturmböen (vielleicht so 60-80 km/h) durchaus möglich. Bei kräftigen Schauern und Gewittern sind derweil dann aber auch vereinzelt Fallböen denkbar (sogenannten Downbursts) die auch mal höhere Geschwindigkeiten in Form von schweren Sturmböen erreichen könnten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem, was mit der Konvergenz am Nachmittag auf dem Wetterradar zu beobachten ist. Sollten sich, wie ganz vereinzelt von Wettermodellen simuliert, auch Gewitterstaffeln bilden können, muss auch nach möglichen Bow-Echos Ausschau gehalten werden. In Verbindung mit diesen wären dann auch schwere Sturmböen oder im Extremfall sogar bis hin zu Orkanböen denkbar. Wie schon gesagt, ist das aber die Extremvariante, aber sie sollte mal erwähnt sein. Das simulierte Tornadopotenzial hält sich bei uns im Westen von NRW eher im Rahmen, aber ausschließen kann man vereinzelte Tornados bei einer solchen Wetterlage dann doch auch wieder nicht.

 

 

!! Bitte beachten !!
Die aktuelle Vorhersage bezieht sich auf den Modelllauf GFS 12z vom 18.06.2019 und es gibt noch einige Unsicherheiten bezüglich der Verlagerung der für uns entscheidenen Druckgebiete. Diese haben wiederum Einfluss auf die Temperatur-, Niederschlags- und Windentwicklung. Die Vorhersage hier wird einmal täglich an die neuesten simulierten Berechnungen angepasst. Schauer- und Gewitterlagen sind lokale Angelegenheiten und daher nicht im Voraus (punkt-)genau vorhersagbar. Es ist lediglich möglich, grob zu erfassen wann welche Entwicklungen auftreten können. Bitte beachtet zudem, dass ich nur ein ehrenamtlicher Hobbymeteorologe bin – wobei ich natürlich mein Bestes gebe, um möglichst präzise Vorhersagen zu machen.

 

Autor: Frank Rinas

Aktualisiert: 18.06.2019, 19:35 Uhr
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