Hochdruckgebiet (Antizyklone)

 

Hochdruckgebiete, die auch als Antizyklone oder einfach Hochs bezeichnet werden, sind Gebiete hohen Luftdrucks die das gesamte Jahr unser Wetter mit beeinflussen. Auf Wettermodellkarten finden wir diese mit H gekennzeichnet und oftmals in roter Farbe.

Hochdruckgebiete werden wir wie der Name schon sagt in Bereichen hohen Luftdrucks vorfinden. Als Hochdruckeinfluss bezeichnet man einen Luftdruckwert, der oberhalb von 1015 hPa liegt. Hochdruckgebiete sind auch in Verbindung mit konstant kühler Temperatur vorzufinden, wie es zum Beispiel an den Polen der Fall ist. Dies hat den Grund, dass in kühlerer Luft der Luftdruck höher ist, so wie er in warmer Luft niedriger ist. Ist es also an manchen Orten der Erde konstant warm, herrscht hier ein niedriger Luftdruck vor und wir werden teils kräftige Tiefdruckgebiete finden die dort lange stationiert sind.

 

Ein wichtiges bekanntes Hochdruckgebiet ist das Azorenhoch, welches großen Einfluss auf unser Wetter in Mitteleuropa hat und die sogenannte Frontalzone gemeinsam mit dem Islandtief entscheidend beeinflusst. Die Frontalzone ist in den Wintermonaten etwas südlicher als in den Sommermonaten, sodass hier die kühlere Polarluft öfter bis zu uns nach Mitteleuropa vordringen kann. Im Sommer ist uns im Gegensatz dazu natürlich die wärmere Luft durch die eher nördlich ausgerichtete Frontalzone näher und beeinflusst unsere Temperaturen häufiger. Im Winter wird aber auch des öfteren milde Luft zu uns nach Mitteleuropa transportiert, was auf der Vorderseite der Tiefdruckgebiete unter südlicher- bis südwestlicher Strömung geschieht. Eine weiterer Unterschied von Hochdruckgebieten zu Tiefdruckgebieten ist die Eigenschaft, dass diese keine Fronten ausbilden (soll heißen eine Warm- und Kaltfront gibt es beim Hoch nicht) und das die Winde im inneren Bereich eines Hochdruckgebietes schwach sind. Nach Außen hin bei Annäherung eines Tiefs nehmen diese natürlich zu. Nachts erlebt man in Hochdruckgebieten meist eine starke Auskühlung. Der Luftdruckverlauf zeigt uns hier früh ob eine Wetterverschlechterung möglich ist, denn dies ist der Regel der Fall, wenn der höhere Luftdruck beginnt zu sinken. Bildlich kann man sich das so vorstellen, dass wir uns langsam vom Hochdruckkern (mit dem höchsten Luftdruck) entfernen und zunehmend zum Rand des Hochs zusteuern.

 

Hochdruckgebiete drehen sich auf unserer Nordhalbkugel mit dem Uhrzeigersinn (auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn) und kommen meist von Westen mit Zugrichtung nach Osten, da dies in unseren Breiten die allgemeine Windströmung ist. Luftmassen in unserer Atmosphäre sind aufgrund von Temperaturen, Druckunterschieden und der Erddrehung dauerhaft in Bewegung. Die Drehung des Hochs erfolgt durch die auftretende Coroliskraft, die nichts anderes ist als die Windkraft, welche die Erde bei ihrer Drehung um die eigene Achse erzeugt und wodurch die sich bewegende Luftmassen auf der Nordhalbkugel in Bewegungsrichtung nach rechts abgelenkt wird (etwas vereinfacht erklärt). Im Zentrum finden wir den höchsten Luftdruck des Systems, wohingegen im Tiefzentrum ja der geringste Luftdruck zu finden ist. Einer der entscheidenen Unterschiede aufgrund des hohen Luftdrucks ist die Eigenschaft, dass bei einem Hochdruckgebiet Luft in größerer Höhe in das System hineinfließt und bodennah wieder aus dem Hoch heraus. Beim Absinken der Teilchen erwärmen sich diese und verdunsten. Der Einfluss von Luft in der Höhe ist dabei höher als der Ausfluss aus dem Druckgebiet. Im Großteil des Hochdruckgebietes kommt es also großräumig zum Absinken und somit Verdunsten von Luftteilchen, was eine Wolkenbildung verhindert – denn dafür müsste es ja genau umgekehrt ablaufen (wie es aber ja bei einem Tiefdruckgebiet passiert).

 

 

Je nachdem wo sich der Kern des Hochdruckgebietes befinden, oder anders formuliert wo wir uns im Hochdrucksystem befinden, kommt natürlich die zu uns strömende Luftmasse aus unterschiedlichen Richtungen. Aufgrund unserer kontinentalen Position kann man dabei grob sagen, dass wir zum Beispiel auf der Vorderseite eines Hochdruckgebietes deutlich häufiger mit Hochnebel und Nebel allgemein zu kämpfen haben. Liegen wir auf der Vorderseite, also rechts vom Kern, so strömt die Luft aus Nord-Nordwest zu uns wo sich die Nordsee und eben der Atlantik befinden. Somit wird viel Feuchtigkeit zu uns gebracht und die Wahrscheinlichkeit für Hochnebel unter Hochdruckeinfluss ist hier am höchsten. Befinden wir uns links vom Hochdruckkern auf der Rückseite, so gelangt die Luft aus Süd- oder Südwest zu uns. Diese Luft ist dann natürlich zum Einen ein wenig milder, zum Anderen aber auch trockener als die aus Nord- und Nordwesten kommende Luft, sodass die Möglichkeit auf Hochnebel nicht so hoch ist. Das schönste Wetter dürfen wir aber erwarten, wenn wir uns südlich / südöstlich des Zentrums auf der Unterseite des Hochdrucksystems befinden. Hier weht dann der Wind nämlich aus Osten oder Nordosten, wo keine sehr großen Gewässer zu finden sind und die Luft dementsprechend eine trockene Eigenschaft besitzt. Im Winter haben wir aus diesen Richtungen die kältesten Temperaturen zu erwarten, da durch die trockene Eigenschaft die Kälte besser gespeichert werden kann und eben kein größeres Gewässer mit positiven Temperaturen die Luft auf dem Weg zu uns erwärmen kann.

 

 

 

Es gibt einzelne Begriffe, die man in Verbindung mit Hochdruckwetter des öfteren hört. Diese möchte ich nun mal ganz grob erklären:

 

Azorenhoch: Bei dem Azorenhoch handelt es sich wie der Name schon sagt um ein kräftiges Hochdruckgebiet im Bereich der Azoren. Hier hat es entscheidenen Einfluss auf unser Wetter in Mitteleuropa, da es wie oben beschrieben unter Anderem die Position der Frontalzone gemeinsam mit dem Islandtief bestimmt. Die Entstehung von beiden Systemen ist durch die Position am Rande eines Wirbels des Polarfront-Jetstreams begründet. Bei dem Azorenhoch kommt es hier zum Absinken von kalter Luft, welche durch den Golfstrom wieder erwärmt wird. Danach fließt sie dann wieder als aufteigende Luft von Außen in das Hochdrucksystem ein und das Absinken beginnt erneut. Das Azorenhoch gehört zum sogenannten subtropischen Hochdruckgürtels des Nordatlantiks. Durch Verstärkung der nach Osten gerichteten Strömung des Islandtief (Drehung ja gegen den Uhrzeigersinn) gelangen Ausläufer des Azorenhochs immer mal wieder zu uns und von hier dann teils sogar bis Nordeuropa.

Hochdruckkeil: Als Hochdruckkeil bezeichnet man einen Ausläufer eines Hochdruckgebietes, wo die ausströmende Luft aus einem Hochdruckgebiet in Richtung des tieferen Luftdrucks strömt. Dies geschieht zum Beispiel des öfteren vom Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa.

Hochdruckbrücke: Als Hochdruckbrücke bezeichnet man die Verbindung hohen Luftdrucks zwischen zwei Hochdruckgebieten.

Zwischenhoch: Als Zwischenhoch bezeichnet man einen meist nicht sehr großen Bereich höheren Luftdrucks zwischen zwei Tiefdruckgebieten. Der Hochdruckeinfluss dauert dann des öfteren nicht länger als 1-2 Tage, bevor wir dann auf die Vorderseite des nächsten Tiefdruckgebietes gelangen und der Luftdruck bereits wieder sinkt.

 

 

Bitte beachten: Es handelt sich bei den Beschreibungen hier um die häufigsten Abläufe, die wir in Verbindung mit einem Hoch erleben. Abweichungen und Unregelmäßigkeiten kann und wird es aber immer mal geben.

 

 

Autor des Artikels:   Frank Rinas

 

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