Niederschlagsarten

 
Im nachfolgenden Artikel möchten wir uns mal mit den verschiedenen Niederschlagsarten befassen, die bei uns vorkommen können.  Dabei werden wir hier nur die gängigsten Formen unterscheiden und nicht zu viele Unterarten thematisieren, da dieser Artikel nur Basiswissen vermitteln soll und ich nicht möchte, dass dieser Artikel zu langatmig wird.

 

 

Beginnen wollen wir mit den Niederschlagsarten, die vom Himmel fallen und dessen Endzustand flüssig ist. Ohne Frage zählt hierzu der Regen, der nochmal in verschiedene Arten unterteilt werden kann:

 

REGEN: Regen tritt von allen flüssigen Niederschlagsformen aus Wolken am häufigsten auf. Dabei lagert sich Wasserdampf an Kondensationskernen an und sobald dieses dann zu schwer wird, fällt der Wassertropfen durch die Schwerkraft aus der Wolke zum Boden. Der Durchmesser der Regentropfen kann dabei zwischen 0,5-5 mm variieren und diese Fallen mit einer Geschwindigkeit zwischen 2-9 m/s vom Himmel. Neben lokalen Regenfällen die durch Schauern / Gewitter ausgelöst werden können, sind besonders mit Wetterfronten auch manchmal großflächige anhaltende Regenfälle möglich.

Regen kann auch als Starkregen fallen. Mit dem Wort Starkregen werden große Niederschlagsmengen in bestimmten Zeiteinheiten bezeichnet. Diese treten bei uns besonders in den milderen Monaten auf, im Winter eher selten da die kühlere Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) unterteilt Starkregen in zwei Stufen: Markante Wetterwarnung (Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden) und Unwetterwarnung (Regenmengen > 25 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² in 6 Stunden).

 

NIESELREGEN: Bei Nieselregen handelt es sich um eine Sonderform des Regens,  die ebenfalls in Tropfenform fällt. Nieselregen fällt dabei gleichmäßig und dieser besteht aus dicht verteilten und feinen kleinen Wassertröpfchen. Nieselregen kann häufig in Verbindung mit tiefer dichter Bewölkung beobachtet werden aber auch bei Hochnebel. Der Durchmesser der Regentropfen kann dabei zwischen 0,1-0,5 mm variieren und diese Fallen mit einer Geschwindigkeit zwischen 0,25-2 m/s vom Himmel.

 

 

 

GEFRIERENDER REGEN: Bei gefrierendem Regen handelt es sich um Regen oder auch Sprühregen, der aus einer wärmeren Luftschicht hinunter in eine kühlere Luftschicht fällt. Während dieses Prozesses gefriert dieser dann zu Eiskörnern und sorgt für die plötzlich auftretende Glätte. Aber auch wenn er nicht direkt zu Eiskörnern gefriert, besteht die Möglichkeit, dass der Regen oder Sprühregen unterkühlt ist und beim ersten Kontakt mit dem Boden oder anderen Gegenständen gefriert, wenn diese eine Temperatur von unter 0°C aufweisen. Auch hier bildet sich gefährliches Glatteis. Unterschieden wird dabei zwischen dem genannten Glatteis zur Eisglätte, bei der wiederum die Nässe die sich bereits am Boden befindet gefriert.

 

 

NEBELNÄSSEN:  Wie der Name schon vermuten lässt, tritt diese Niederschlagsform lediglich nur in Verbindung mit Nebel auf. Dabei befinden sich unterschiedlich große Tröpfchen in der Luft die beim Zusammentreffen zu einem größeren Tropfen werden. Dieser ist dann schwer genug, um zum Boden zu fallen. Somit fallen einzelne größere Tropfen vom Himmel, größere als eigentlich in der Höhe verteilt sind. Mit 0,12 l/m² Niederschlag pro Stunde ist die Menge des Niederschlags gering.

 

 

 

 

Wir gehen nun weiter zu den Niederschlagsarten die ebenfalls vom Himmel fallen, aber in festem Zustand am Boden ankommen. Zu nennen sind hier Schnee, Graupel und Hagel.

 

SCHNEE: Schnee ist die häufigste Form des festen Niederschlages und kann aus einzelnen Eiskristallen bestehen oder auch mehreren die aneinanderhaften. Während der Schnee stern eine Größe von 1-5 mm erreichen kann, kann die Schneeflocke dagegen teils 1-3 cm Durchmesser erreichen. Jeder der Eiskristalle ist dabei einzigartig, da dieser auf ihrem Weg nach unten durch verschieden temperierte Luftschichten fällt und sich die Form dementsprechend verändert. Es lohnt sich bei Schnee also auch mal genau hinzusehen und man entdeckt wunderschöne Strukturen.

 

POLARSCHNEE: Polarschnee ist eine weitere Niederschlagart, die fest am Boden ankommt. An richtig kalten Wintertagen kann man dieses Phänomen beobachten,  aber wohl eher selten. Beim Polarschnee bilden sich aus dem in den bodennahen Luftschichten befindenden Wasserdampf kleine Eisnadeln, die dann gen Boden fallen. Dieser Prozess wird auch Resublimation genannt. Die Voraussetzung für diesen Vorgang sind bestimmte Druck- und Temperaturbedingungen, bei denen kein flüssiger Aggregatzustand möglich ist. Auch im Kühlschrank mit Gefrierfach können wir dieses Phänomen beobachten, da hier der in der Luft enthaltende Wasserdampf in Kontakt mit den kalten Wänden kommt und sofort gefriert. Die Folge ist, dass wir die Kühltruhe und den Kühlschrank abtauen müssen. Bei Eisblumen und der Entstehung von Raureif handelt es sich ebenfalls um Resublimation. Vom Polarschnee habe ich leider kein Foto, sodass das Foto rechts nur normalen Schnee zeigt.

 

 

GRAUPEL: Bei Graupel handelt es sich um eine feste Form von Niederschlag, die hauptsächlich im Winter anzutreffen ist. Aber auch in den Herbstmonaten sowie Frühlingsmonaten kann beim Zustrom kalter Luft aus den nördlichen Breiten Graupel vorkommen. Meist tritt Graupel in Verbindung mit Schauern oder Gewittern auf. Graupel ist dabei von Hagel zu unterscheiden. Graupelkörner können im Allgemeinen bis zu 5mm Durchmesser erreichen, bei unter 1mm spricht man auch von Griesel. Bei Graupel handelt es sich um Schneekristalle an denen kleine Wassertröpfchen anfrieren und somit die Graupelkörner bilden. Man unterscheidet dabei noch zwischen Reifgraupel (eher im Winterhalbjahr) sowie Frostgraupel (eher im Sommerhalbjahr).

 

HAGEL: Hagel kommt meist in den warmen Monaten des Jahres vor und es handelt sich hierbei um teils durchsichtige oder auch undurchsichtige Eisstücke oder auch Eiskugeln. Hagelgeschosse haben in der Regel einen Durchmesser von 0,5 bis 5 cm und können aber in Einzelfällen auch einen Durchmesser von mehr als  10 cm erreichen. Dementsprechend können Hagelgeschosse auch mehrere Kilogramm an Gewicht erreichen. Bei einer Größe von < 0,5 cm spricht man von Graupel. Wir treffen Hagel meist in Verbindung mit kräftigen Schauern oder Gewittern an, größerer Hagel meist bei schweren Gewittern. Grund hierfür ist, dass der Hagel innerhalb der Auf- und Abwindbereiche des Gewitters transportiert wird (also auch in größere Höhen) und somit immer mehr Wasser und Eis am ursprünglichen Hagelkorn anfrieren kann. Erst wenn dieses dann zu schwer für den vorherrschenden Aufwind wird, fällt dieses gen Boden. Somit besteht eine direkte Verbindung zwischen Stärke des Aufwindes sowie der Größe des Hagelkorns. Es gibt aber natürlich weitere Faktoren innerhalb der verschiedenen Luftschichten, die Einfluss auf die Größe und Form des Hagelgeschosses nehmen. Besonders in der Landwirtschaft kommt es durch Hagel immer wieder zu größeren Schäden.

 

 

Bleiben nun noch die Niederschlagsarten, die sich an Objekten absetzen. Hierzu zählen zum Beispiel Tau oder auch Reif.

 

 

TAU: Damit Tau auftreten kann, muss die Luft unter den Taupunkt abkühlen. Durch diesen Vorgang kann der Wasserdampf in der Luft an Objekten zu kleinen Wassertröpfchen kondensieren. Somit ist Tau als beschlagender Niederschlag aus flüssigem Wasser zu bezeichnen.

 

 

REIF: Bei Reif handelt es sich um eine absetzende und feste Niederschlagsart. Er tritt als schneeähnlicher Belag auf wärmeabstrahlenden Flächen auf die eine geringe Wärmeleitung besitzen. Dabei ist es notwendig, dass der Taupunkt auf diesen Flächen unterhalb des Gefrierpunktes des Wassers ist. Auch hier können teilweise kristalline Strukturen beobachtet werden. Die Bildung des Reif erfolgt ebenfalls in Verbindung mit Resublimation, die wir weiter oben unter „Polarschnee“ schon einmal angesprochen haben. Wasserdampf resublimiert hier in der Nähe des Erdbodens oder erhabener Gegenstände zu Eis, ohne flüssig zu werden.

 

 

 

Autor des Artikels:   Frank Rinas

Quellen der Daten:  dwd.de ; hygrometer.guru ; wikipedia.de 

 

error: