17.10.2017 – Gedämpftes Sonnenlicht

Am gestrigen 17.10.2017 fiel mir bereits morgens bei den astronomische Beobachtungen die eher ungewöhnlichen Himmelsbedingungen auf. Geplant war die Mondsichel, Mars, Venus sowie den Stern Regulus zu beobachten. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist für diese Jahreszeit ja nicht ungewöhnlich aber es war so keinerlei Nebel zu erkennen. Als ich im hinteren Garten, meinem heutigen Beobachtungspunkt ankam, erwartete mich ein seltsames Bild: Die Mondsichel war zu sehen und in deutlich oranger bis roter Farbe. Dies ist durchaus nicht ungewöhnlich wenn sich der Mond horizontnah befindet, doch in dieser Höhe wie er da war war das doch recht ungewöhnlich. Von der normalerweise ja auch hellen Venus war nichts zu sehen und auch nicht vom Mars oder dem hellen Stern. Es waren aber keine Wolken am Himmel zu erkennen. Mir gelangen dennoch ein paar schöne Aufnahmen der nur noch zu 7 % beleuchteten Mondsichel. Gegen 7:45 Uhr verschwand der Mond dann in einem gräulichen Himmel der teils aber auch etwas rötliche Farbe zeigte. Es sah schon sehr seltsam aus.

Im Laufe des Vormittages wurde dann schnell klar, dass dieser Himmel heute wirklich besonders war und so nicht jeden Tag vorkommt. Auf dem Satellitenbild waren keinerlei Wolken zu erkennen die etwas kompakter sind und trotzdem war das Sonnenlicht auffällig gedämpft. Das Satellitenbild zeigte aber dünne gräuliche Flächen über Deutschland nach Nordosten ziehen. Bereits am Vortag hatte ich in Verbindung mit dem ex-Hurrikan “Ophelia” derartige Bilder aus Großbritannien gesehen und wusste daher sofort wonach ich suchen musste. Selbst noch um 11 Uhr war das Sonnenlicht trotz der 20° Höhe der Sonne gut erkennbar gedämpft und im Haus sah man eher orangene Flächen wo das Sonnenlicht hinfiel. Eine wirklich besondere Atmosphäre. Auffällig war aber auch die kühlere Temperatur denn es waren immernoch nur 15°C. Bei normalem Sonnenschein wären wir um diese Uhrzeit sicher schon bei 19°C gewesen. Der Himmel hatte auch keinerlei sichtbare blaue Bereiche und alles wirkte gräulich, in Richtung Sonne sogar weiterhin in gelblicher bis orangener Farbe. Ich machte dann mittags noch einen Spaziergang und erlebte auf meinem Weg über die Wiedenfelder Höhe wie die Sonne wieder intensiver begann zu scheinen. Die Schatten wurden deutlicher und das Sonnenlicht immer wärmer. Gegen 13 Uhr war dann vorallem gegenüber der Sonne wieder bläulicher Himmel mehr und mehr zu erkennen, wegen der Lichtstreuung blieb es um die Sonne herum aber weiterhin leicht milchig bis gräulich-rötlich. Die Temperatur kletterte dann am Ende aber wieder auf die 19°C, also nur knapp unter dem was prognostiziert wurde. Als Ursache für dieses Phänomen lassen sich drei Punkte benennen:

  • Asche- und Rußpartikel der Waldbrände auf der iberischen Halbinsel wurden mit der Strömung aus Südwest nach Mitteleuropa gebracht
  • Kleinere Mengen Saharastaub die durch den ex-Hurrikan “Ophelia” nach Europa gebracht wurden
  • Hochdruckwetterlage mit Inversion, höhere Ansammlung von Feuchtigkeit in einer Atmosphärenschicht

 

 

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